Die Familie zu Eisenlohe

 

Die Familie von Eisenlohe hat eine lange Tradition in Dunkelbrunn und besitzt dieses Lehen schon über eine sehr lange Zeit. Gernod der Erste von Eisenlohe gilt als Urvater der Familie, auf dessen Grabmal die heutige Burg errichtet wurde. Er war es auch der den Meistern des Haeyln anbot ein Kloster in seinem Lehen zu errichten, worauf damals die erste Kapelle gebaut wurde und dieser Ort sich zu dem heutigen Kloster entwickelte.

Der heutige Lehensträger ist Gernod der Achte von Eisenlohe. Er ist ein etwas derberer aber kraftvoller und ausdrucksstarker Mann. In den Kreisen des Adels von Dunkelbrunn und Kronenbourg gilt er meist als Aussenseiter. Er wird oft als etwas rückständig oder von einfachem Wesen abgestempelt. Gernod konzentriert sich sehr darauf Eisenlohe sein altes Ansehen wiederzugeben und trieb den Abbau des wenigen aber sehr hochwertigen Erzes voran. Daraus entwickelte sich eine neue Blüte der Schmiedekunst in Dunkelbrunn, die vor allem auf den Zwergen und ihrer vorzüglichen Arbeit gründet. Doch nach dem Tod seiner Mutter Liane und wenig später seines Vaters Adalbert stand er alleine mit der Verantwortung das Lehen zu leiten. Er war schon älter und ergraute langsam. Seine ganze Aufmerksamkeit galt dem Lehen und er war sehr selten an den anderen Höfen in Dunkelbrunn zu sehen.

Doch es gab stets jemanden der seine Gedanken und Träume auf sich zog. Eine junge Adlige aus Saalstätt, die Tochter des Ritters von Arkenweg. Er ist ihr schon öfters begegnet aber hatte noch nie ein Wort mit ihr gewechselt. Auch hatte sie ihn nie wirklich beachet. Gernod und der Herr von Arkenweg waren auch alles andere als gute Freunde. Sie waren zu unterschiedlich um einen angemessenen Umgang zu pflegen. Der Herr von Arkenweg, der ein edler und grossgewachsener schlanker Ritter war, edel in seinen Gedanken und Taten und stets um das Reich und die Baronie bemüht. Ein weitgereisster Mann der viel von der Welt kennt. Ein Mann mit Einfluss. Dagegen auf der anderen Seite Gernod, ein einfacher Mann mit Titel, ein Krieger, kein wahrer Edelmann.

Doch der Tag ereignete sich, als sich die Wege der jungen Isabella von Arkenweg und Gernod kreuzen sollten. Isabella ist eine grosse Frau von schlanker Gestalt, wundervollen leuchtenden Augen und ebenmässigem Aussehen. Ihr Haar war tiefbraun und so lang das vielen anderen Damen der Neid im Gesichte stand, wenn Isabella auch nur anwesend war. So begab sich der Tag als die junge Dame durch Eisenlohe reisste, auf dem Weg nach Hohendorn. Als sie alleine auf ihrem Pferd gerade das Kloster passierte lahmte ihr Pferd. Sie bat dort um Unterschlupf um am nächsten Tage mit einem anderen Pferd weiterzureiten. Es wurde in der selben Nacht noch Nachricht an den Hof von Eisenlohe geschickt, das ein Pferd für die junge Dame benötigt würde. Gernod selbst kam am nächsten Tage und brachte das Pferd. Er war einfach gekleidet und kaum als der der er war zu erkennen. Die junge Isabella sah den stattlichen Mann, ohne ihn zu erkennen, und es entflammte eine gewisse Faszination in ihr, ohne aber zu wissen wer er war. Sie war angetan von diesen Mann der sich so sehr von jenen am Hofe unterschied. Gernod begleitete sie noch den Weg nach Eisenlohe und danach trennten sich ihre Wege. Sie vergass diese Begegnung sehr schnell wieder, da sie ihn für einen einfachen Gemeinen hielt.

Beim nächsten Geburtstag des Barons von Dunkelbrunn beschloss Gernod sich wieder einmal dort am Hofe sehen zu lassen. Auf dem Ball begegnete er ihr und sie erkannte ihn wieder. Der Abend verging mit langen Gesprächen und einigen Tänzen, die Gernod in der Lage war zu tanzen. Jeder Anwesende fragte sich woher die beiden sich kannten. Isabellas Vater war erbosst über diese innige Bekanntschaft und wollte sie unterbinden, denn er hatte grösseres mit seiner Tochter vor und wollte sie ordentlich und in seinem Sinne verheiraten. So geschah es, das sich die beiden heimlich trafen und den Entschluss fassten zu heiraten. So warteten die beiden bis zu Isabellas 20. Geburtsag und heirateten in kleinem Kreise auf der Burg Eisenlohe. Isabellas Vater war erbosst über diese Entscheidung, doch konnte nichts tun, da nach den Gesetzen Kronenbourgs Isabella das Recht hatte diese Eintscheidung zu treffen. Isabella von Eisenlohe zog an den Hof und schenkte ihrem Gemahl vier Kinder. Ihren ältesten Sohn, Heinrich der Knappe des Herrn von Löwenstein ist. Friedrich, der vor kurzem vom König zum Ritter geschlagen wurde. Alexandra, die noch am Hofe lebt und Hildegard, die jüngste Tochter, die sich in jungen Jahren dem Blaukreuzerorden anschloss und heute dort eine führende Position begleitet.

 

So sehr die vier Kinder in Harmonie und Glück aufwuchsen, so unterschiedlich sind sie doch. Heinrich ist der Krieger unter den Söhnen, das Abbild seines Vaters in Gestalt, Aussehen, Verhalten und Denken. Friedrich hingegen schlägt mehr nach seiner Mutter. Er ist schlanker und hochgewachsen, mehr Höfling als Offizier, wie sein Vater mit Missgunst beobachtete. Friedrich hält sich oft am Hofe zu Saalstätt auf, kennt die Kunst und Mode des Hofes, beschäftigt sich weniger mit Kriegshandwerk, sondern mehr mit der Geschichte des Reiches oder Tanzen. Trotz allem erlebte er eine kürzere Knappschaft als beispielsweise sein Bruder. Die Ritterschaft war sich uneinig ob er wahrhaft schon bereit war, den Ritterschlag zu empfangen. Doch durch seine Leistung in den Knappendisziplinen der grossen Turney zu Rosen im Jahre 7 n.H, erlangte er die Anerkennung vieler Ritter aus Beilstein und anderer Reichen der Mittellande. Er wurde teils mit grosser Freude in den Kreis der Ritter aufgenommen.

 

Auch die beiden Schwestern spiegeln dieses Bild wieder. Hildegard, die sich den Blaukreuerorden anschlos, dort schon früh mit den Auswirkungen von Kampf und Krieg konfrontiert war und ihren Dienst in den Thaskarkriegen leistete. Sie hält sich schon seit langem im Hauptsitz des Ordens in Blutfelden auf und besucht ihre Heimat nur selten. Im Gegensatz dazu Alexandra, die ihrer Mutter auf erstaunlicher Weise gleicht, viel mit ihr an den Höfen Kronenbourgs und Dunkelbrunns unterwegs ist und viel Interesse am höfischen Leben zeigt.



Gernod und Isabella, Heinrich und Friedrich, Alexandra und Hildegard. Paare die sich in ihrem Wesen so sehr unterscheiden und doch eine tiefe Verbundenheit spüren. Verbunden durch das Blut, das in ihren Adern fliesst. Verbunden durch den Stolz den Namen von Eisenlohe zu tragen. Verbunden durch den Eifer das Ansehen und den Wohlstand ihrer Baronie Dunkelbrunn zu mehren. Verbunden durch die Treue zu Kronenbourg, zu Beilstein, zu Lindoras, zu ihrem König Hector dem Ersten. Verbunden durch das was sie ausmacht, das was sie sind, das was sie unterscheidet und doch eins zu sein: Jene die den Namen von Eisenlohe tragen…


Lang lebe Eisenlohe. Lange Lebe Dunkelbrunn. Lange lebe Lindoras.
Vivat Hector. Vivat Beilstein.

Gegeben zu Eisenlohe im Jahre 7 nach Hector
Chronist von Gernod dem Achten von Eisenlohe, Anonymus aus Eisenlohe

 
 
 
     
     
     
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